Berliner testament pflichtteilsklausel Muster

Wer verheiratet ist oder mit einem eingetragenen Lebenspartner zusammenlebt, möchte oft auch gemeinsam entscheiden, was nach dem Tod eines Partners geschehen soll. Wollen Sie den Lebensstandard des anderen auch nach dem eigenen Tod sichern und eine Erbauseinandersetzung mit anderen Erben verhindern, können Sie als gemeinschaftliches Testament ein Berliner Testament aufsetzen. Wenn Ehegatten oder Lebenspartner sichergehen wollen, dass sie in einem Berliner Testament die richtige Form einhalten und alle Verfügungen auch Bestand haben werden, sollten sie sich an einen Notar wenden. Dieser weiß, wie man ein Berliner Testament verfassen muss, um schwer vorhersehbare Eventualitäten mit einzubeziehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn bestimmte Klauseln eingefügt werden sollen. Das Pflichtteilsrecht der Abkömmlinge kann mit dem Berliner Testament nicht ausgeschlossen werden; [1] jedoch werden die (oft gemeinsamen) Kinder meist ohnehin gesetzliche Erben oder Nacherben nach dem Tod des zweiten Ehepartners und verzichten daher auf den Pflichtteil. Unter Umständen kann durch Pflichtteilsstrafklausel wie die Jastrowsche Formel darauf hingewirkt werden. Nach der gesetzlichen Erbfolge erbt ein Ehegatten regelmäßig die Hälfte des Nachlasses seines Ehepartners, beim Güterstand der Gütertrennung sind es gar nur ein Drittel. Gemeinsame Kinder erben dementsprechend die andere Hälfte beziehungsweise drei Drittel des Nachlasses. Der überlebende Ehegatte und die Kinder bilden also eine Erbengemeinschaft. Wenn Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner ein Testament auf Gegenseitigkeit errichten, sollten sie stets bedenken, dass später erfolgreich angefochtene oder widerrufene Verfügungen zur Nichtigkeit weiterer Verfügungen führen können. Dies gilt immer dann, wenn anzunehmen ist, dass die Testatoren sich gegenseitig bedingende Verfügungen aufstellen wollten,§ 2270 BGB. Für weiterführende Zusatzklauseln in einem Ehegattentestament ist es prinzipiell ratsam, einen Notar zu konsultieren.

Das Berliner Testament ist die am weitesten verbreitete Form für ein gemeinschaftliches Testament im deutschsprachigen Raum. Damit setzen sich Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner wechselseitig zu Alleinerben ein. Welche Fallstricke es zu beachten gibt, weiß Rechtsexperte Gilbert Häfner. Ein Testament nach dem Berliner Modell soll verhindern, dass ein Ehegatte nach dem Tod des anderen gravierende Einschnitte in seiner Lebensführung hinnehmen muss. Die Ehepartner setzen sich hierfür gegenseitig als Alleinerben ein und bestimmen einen Schlusserben, der den Nachlass nach dem Tod des zweiten Ehepartners erbt. Als Vermächtnisnehmer ist der verbleibende Ehepartner zwar gut gegen Verluste abgesichert, doch kann er den Nachlass weder verkaufen noch belasten. Ein Gewinnzuwachs ist also verhindert oder zumindest erschwert. Auch ohne eine solche Anfechtung ist der Witwer nicht gehindert, zu seinen Lebzeiten das ererbte Vermögen seinem neuen Ehegatten zuzuwenden und hierdurch die Kinder, die er gemeinsam mit seiner verstorbenen Ehefrau in dem Berliner Testament als Nach- oder Schlusserben bedacht hatte, trotz “testamentskonformen” Verhaltens letztlich doch auf den Pflichtteil zu beschränken. Im Hinblick auf diese Unwägbarkeiten, die mit einer möglichen Wiederverheiratung des überlebenden Ehegatten verbunden sind, empfiehlt es sich, das Berliner Testament mit einer so genannten Wiederverheiratungsklausel zu versehen, in welcher die Folgen einer Wiederverheiratung geregelt werden. Jedoch ist durch das Berliner Testament ein gewolltes oder ungewolltes Ausschließen der eigenen leiblichen Kinder von der nachrangigen Erbfolge möglich, wenn der überlebende Ehepartner nicht gleichzeitig leiblicher – oder durch Adoption entstandener – Elternteil dieser Kinder ist.